NUCLEUS – Strukturierte Relocation und Installation eines Kryo‑Experiments


Projektkontext und Zielsetzung
Das NUCLEUS‑Experiment untersucht eine neue Methode um Neutrinos über einen kleinen ultra-tief-gekühlter Kristall detektierbar zu machen. Hierfür wurde im Untergrundlabor der Technischen Universität München ein eigener Aufbau realisiert, der in den letzten Jahren erfolgreich betrieben wurde. Nun sollte das Experiment in eine neue Phase gehen und einem erhöhten Neutrinofluss ausgesetzt werden, um Testbedingungen für den aktuellen Aufbau zu optimieren. Dafür musst der bestehende Aufbau in den Sicherheitsbereich eines kommerzielles Kernkraftwerk in Frankreich umziehen. Diese Relocation umfasste nicht nur den Transport eines funktionsfähigen Systems, sondern auch die gezielte Anpassung und Weiterentwicklung des Aufbaus für den optimierten Betrieb am neuen Standort. Gleichzeitig musste ein strukturierter Ablauf für Rückbau, Transport und Wiederaufbau entwickelt werden, der eine sichere Durchführung unter den erhöhten Anforderungen einer sicherheitskritischen Umgebung ermöglicht.
Beitrag von Scientific Support
Scientific Support begleitete das Projekt über alle Phasen hinweg – von der Planung bis zur erfolgreichen Inbetriebnahme.
Ein zentraler Beitrag lag in der Strukturierung des Relocation‑Prozesses sowie in der praktischen Umsetzung der einzelnen Schritte in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Kollaboration.
Dies umfasste insbesondere:
- Planung und Organisation der gestuften Relocation
- Unterstützung beim Rückbau und Aufbau der Systeme gemeinsam mit dem Experimentteam
- Entwicklung projektspezifischer technischer Lösungen (u. a. Hebeeinheiten und Transporthilfsmittel)
- Durchführung und Koordination der Transporte
- Begleitung der Integration und präzisen Ausrichtung des Systems
Diese Kombination aus kollaborativer Umsetzung, Engineering und Prozessstrukturierung ermöglichte es, das Experiment unter realen Bedingungen sicher zu verlagern und wieder in Betrieb zu nehmen.
Zentrale Arbeitspakete im Rahmen der Relocation
Ergebnis
Die Relocation und Installation des NUCLEUS‑Experiments konnte vollständig und ohne Nacharbeit umgesetzt werden.
Das Kryostatensystem zeigte nach Integration keine Auffälligkeiten, insbesondere keine mechanischen Schäden oder gelösten Verbindungen. Das System erreichte ein stabiles Vakuum, und der erste Cool‑Down verlief reibungslos.
- keine Beschädigungen trotz mehrfachem Transfer und Transport
- stabile Systembedingungen unmittelbar nach der Installation
- erfolgreicher Betrieb ohne zusätzliche Anpassungsschritte
Damit konnte nachgewiesen werden, dass der gesamte Relocation‑ und Integrationsprozess – einschließlich Transport, Einbringung und präziser Ausrichtung – unter realen Bedingungen sicher durchgeführt wurde.
Einordnung
Das Projekt zeigt die Relocation eines komplexen Kryostatensystems unter realen und sicherheitskritischen Bedingungen.
Entscheidend war die Kombination aus:
- strukturierter Planung
- gestufter Transportstrategie
- Entwicklung spezifischer technischer Lösungen
- kollaborativer Umsetzung mit dem Experimentteam
- präziser Integration im Millimeterbereich
Diese Kombination ermöglichte es, das Experiment nicht nur zu verlagern, sondern direkt in einen stabil funktionsfähigen Betriebszustand zu überführen.







